Eine sorglose Tour durch den Park

Gestern (8. August) habe ich und meine Essensgeber eine große Tour durch den Park Sanssouci gemacht. Hier mal eine paar Bildchen von mir.

Park Sanssouci 1

Park Sanssouci 2

Park Sanssouci 3

Park Sanssouci 4

Park Sanssouci 5

Hier zeige ich meine wahre Natur :D

Park Sanssouci 6

Park Sanssouci 7

Park Sanssouci 8

Park Sanssouci 9

Park Sanssouci 10

Pause, Schatten … yeahh

Park Sanssouci 11

Am Ende durfte ich dann noch ins Wasser eines Springbrunnens. Yeahhh.

Park Sanssouci 12

Hundebesitzer. Erziehung. Meinungen. Ignoranz. Arroganz. Doppelmoral. Schwieriges Thema.

Seit längerem nervt mich ein Umstand immer mehr. Jeder andere Hundebesitzer scheint die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Jeder, aber wirklich jeder, redet uns in die Erziehung und Ausbildung unseres Hundes rein. Jeder weiß alles besser. „Mach das lieber so“, „Sei nicht so hart mit dem Hund“, …

Grundsätzlich ist mir ja die Meinung anderer Leute egal. Warum also nicht in diesem Fall?

Ich treffe täglich so viele Hundebesitzer mit ach so tollen Hunden und Meinungen. Aber was sehe ich nicht? Richtig: dass sie sich mit ihren Hunden beschäftigen. Sie laufen in langsamen Tempo durch die Gegend, der Hund schnuffelt mal da, mal hier. Vielleicht wird auch mal ein Stöckchen geworfen. Kann das wirklich alles sein? Ist das ein erfülltes Hundeleben? Wieviele Border Collies versauern in irgendwelchen Wohnungen, die vielleicht am Tag 2 Stunden spazieren GEHEN dürfen … an der Leine …

Meist hören die Hunde nicht, lassen sich nicht mal abrufen.

Dann noch der Hundebesitzer, den man in einer 5-minütigen Diskussion doch bitten, geradezu betteln muss, dass dieser seine Hunde zur Seite nimmt, weil man selbst gerade keinen Hundekontakt haben will. „Der tut nix“ … beliebte Antwort. „Aber meiner, du Arsch“, wäre eine gern gesagte Antwort von mir. Sag ich aber nicht. Ich versuche dem immer noch mit halbwegs Ruhe entgegen zu kommen, was echt nicht immer gelingt.

Dann noch ein Vater, der mir vor seiner Tochter Prügel androht, weil ich Barney angeblich zu hart angefasst habe. Da spricht die geballte Inkompetenz. Als Hundebesitzer muss man jetzt sogar Angst haben, verprügelt zu werden, nur weil der denkt, seine Erziehungsmethode wäre die Beste. Trotz dem Sachverhalt, dass er prügeln als Lösungsstrategie für sich entdeckt hat. Sehr gutes Vorbild für die Kinder. Übrigens, der Hund bellt in einer Tour, wenn man ihn vor dem Rewe anbindet. Erziehung? Irgendwer?

Dann noch eine Dame, die mich auf meinen Umgang mit Barney angesprochen hat. Ich konnte nicht mal den ersten Satz zu Ende sprechen, da meinte sie „nutzt doch alles nichts“ und ging weg. Auch hier übrigens vor ihrer Tochter. Super Problemlösungsstrategie … das Kind wird’s leicht haben im Leben. Ich hätte ihr gern unsere Denkweise und Erwartungen an ein Miteinander mit Hunden dargelegt. Sie wollte aber scheinbar nur klug und verantwortungsvoll klingen, sich profilieren vor ihrer Tochter oder Freundin. Schmeckt für mich nach BILD-lesende RTL Zuschauerin.

Vorgestern erst konnte ich beobachten, wie zwei Hunde, von solchen typischen Vollprolls, die gerade mal das Bier halten und „Fotze“ brüllen können, miteinander gekämpft haben. Natürlich nicht angeleint, „der hört ja so gut“. Das sind genau die Situationen, warum ich Barney absoluten Gehorsam beibringen möchte. Nicht, um ihn wie einen Sklaven zu halten, sondern weil er dann deutlich mehr Freiheiten genießen kann.
Maximale Erziehung = Maximale Freiheit.

Wenn ich weiß, dass ich Barney immer, in jeder Situation, abrufen kann, darf er sich auch freier bewegen.

Aber noch mal zum Ursprungsthema zurück. Ich sehe die anderen Hundebesitzer nie Übungen machen, Denkspiele, geschweige denn kontrolliertes Laufen an der Leine. Der Hund ist einfach da, muss sich dem Schicksal ergeben. Vielleicht üben sie ja zu Hause oder irgendwo anders, wo ich sie dabei nicht beobachten kann. Aber mal ehrlich, wieviele andere Hunde kriegen ein anständiges ‚Sitz‘ hin?

Ich sag ja nicht, dass wir alles mit Barney richtig machen, wir haben auch noch unsere Baustellen. Aber wir haben zumindest ein Ziel bzw. einen Anspruch. Oder, um es böse zu sagen: wir haben wenigstens eine Ahnung, wozu unser Hund theoretisch in der Lage ist.

Es gibt soviele Hundebesitzer da draußen, die behaupten, dass der Hund wie ein Familienmitglied ist, ein Kind quasi. Warum behandeln sie die Hunde dann wie willenlose Stöckchen-Zurückhol-Maschinen, denen man aber auch gar nichts beibringt? Dann noch ein schönes zuckersüßes Leckerli, mit sovielen Zusatzstoffen drin, dass die Verpackung das gesündeste daran ist. Danach freut man sich natürlich und ist stolz auf sich, dass der Hund soviel Spaß hatte. Das der Hund dann vor seiner Zeit an Diabetes, Übergewicht oder Good Old Krebs verreckt, ist dann selbstverständlich „schade“. „Er war ja schon 7“.

Von Hundebesitzern, die sich zu fein sind, die Kacke wegzumachen, fange ich lieber gar nicht erst an. Aber dann, später beim Sonntagsspaziergang mit den Kindern oder Enkeln darüber aufregen, dass das Kind in Scheiße getreten ist. Da ist sie wieder, diese Ignoranz und Doppelmoral.

Ach ja, die Doppelmoral.
Ich hör jetzt mal besser auf.