Damit bricht man das Genick

Hui, lang ist her. Viel zu tun und zu wenig Zeit für den Blog. Schade nur, dass der jetzige Artikel wieder ein Negativbeispiel für “hundeverstehende” Mitmenschen ist. Fangen wir an.

Ich hab gerade die Hunderunde begonnen (wir wollten “Fuß” üben) als uns beiden eine Familie mit kleinem Hund entgegen kam. Diese war noch ca. 50 Meter entfernt. Alle die Barney kennen, wissen, dass sobald er einen anderen Hund gesehen hat, man ihn nur noch schwer zu einem anständigen Laufen im Sinne der Leinenführigkeit bewegen kann. Er zieht und quietscht und will zu dem anderen Hund. Wir sind vor dieser Familie abgebogen, wobei ich Barney mit kurzem, ruckartigem Ziehen an der Leine dazu bewegen wollte, doch bitte mir zu folgen und nicht an der Leine zu zerren. Und ja, ich habe etwas Kraft in das Ziehen gelegt, aber Barney ist nun mal ein ungestümer, stiernackiger Vertreter der Kampfkuschels.

Nunja, da ruft die Frau (mittlerweile an anderer Position, aber dennoch so ca. 50 Meter entfernt) mir etwas zu, was ich nicht sofort akustisch verstehen konnte. Es war wohl sowas wie “damit kann man dem Hund das Genick brechen”. Nach einem laxen abwinken meinerseits kam der Mann (Ehemann/Lover/?) auf mich zu – und das in einer Art und Weise, dass ich mich schon bedroht gefühlt habe. Er war deutlich stämmiger als ich. Und da ich beruflich ein Schreibtischtäter bin und keine Ahnung habe, wie man sich im Ernstfall verteidigen soll, empfand ich das schon als bedrohlich. Er blieb kurz vor mir stehen und wollte mir wohl mit “Zieh Finger” zu verstehen geben, dass ich weitergehen soll. Außerdem meinten sie noch, dass sie mich letztens gesehen hätten, wie ich Barney getreten haben soll. Nunja, dass ist so nicht ganz korrekt, aber auch nicht ganz falsch. Ich habe ihn mit meinem Fuß an der Hüfte angeditscht, damit er seinen Arsch auf dem Boden lässt (sollte mal ein Sitz! werden). Die dem Fuß hinterlegte Kraft war aber höchstens ein Klapps, wie man einem frechen Bengel auf den Hinterkopf geben würde. Aus der Entfernung mag das sicherlich gröber ausgesehen haben. Das will ich nicht beurteilen.

Alles jetzt genau wiederzugeben ist einigermaßen schwierig. Fakt bleibt jedoch, dass die beiden Erwachsenen mich beleidigt haben (anständige Gossensprache) und mehrmals gedroht haben, die Polizei zu rufen. Daraufhin habe ich gefragt, warum er (die Frau auch, aber er war ja im direkten Gespräch mit mir) mich beleidigt. Dumme Antworten waren die Folge. Ebenso habe ich diese streitlustigen Personen mehrmals darum gebeten, die Polizei zu rufen – es blieb jedoch bei Drohungen.

Am schönsten jedoch war die Verabschiedung. Er ist, mich stetig beleidigend, zu seiner Frau zurück gegangen, währenddessen diese nur noch zu ihrem Mann meinte, dass das sowieso nichts nütze “der ist blöde im Kopf”. Er hat dann noch gerufen, “ob ich schon mal eine Faust im Arsch hatte” und mir dann noch gedroht, dass, sollte man sich erneut treffen, Prügel (?) geben wird. Hab’s nichts genau verstanden. Ebenso meinte er, dass ich wohl auch meine Frau verprügeln würde.

So, was ergeben sich daraus für Schlüsse?

Erstens war deren Hund viel kleiner und vielleicht auch einfach entspannter, so dass sie noch nie einen “wilden” Hund bändigen mussten. Von daher unterstelle ich eine gewisse Inkompetenz im Umgang mit Hunden. Das ist gar nicht böse gemeint, wenn man bestimmte Erfahrung noch nicht gesammelt hat, mag so manches rabiat aussehen.

Zweitens fand ich den Einsatz der Familie an sich gut, offen auf den vermeintlichen Tierquäler zuzugehen und Probleme anzusprechen. Das sollte viel öfters passieren, grundsätzlich. Schade nur, dass die Art und Weise (über den Platz schreien, grundloses beleidigen und drohen) den guten Zweck zunichte gemacht hat.

Drittens, wie logisch ist es, sich über prügeln (ich an Hund und Frau) aufzuregen, aber das Problem (mich) mittels Prügeln lösen zu wollen?